Spielgemeinschaft 2015/16

Handschlag

 

 

Zwischen A- und Kreisklasse war der Platz des SSV Lahm-Hesselbach in den letzten Jahren. Aufgrund von Abgängen im Sommer fällt die Bilanz für 2014/15 anders aus und der eigenständige Spielbetrieb ist langfristig in Gefahr. So kommt es zu einer Spielgemeinschaft, die bereits vor einiger Zeit besprochen wurde, mit dem TSV Wilhelmsthal. Bernd Gareis, Abteilungsleiter Fußball des SSV, über die Details.

Herr Gareis, welche Gründe waren letztendlich für die Entscheidung "Spielgemeinschaft" ausschlaggebend?

Bernd Gareis: Wir sehen längerfristig, dass es bei uns personell eng wird – das ist der Hauptgrund. Wir könnten vielleicht noch den einen oder anderen Spieler holen und alles versuchen, um noch ein bis zwei Jahre eigenständig zu bleiben. Aber es wird mit zunehmender Dauer schwieriger. Auch möchten wir, dass junge Spieler aus unserem gemeinsamen Nachwuchsbereich bei uns bleiben. Bereits letzte Saison sind ein paar Spieler zum TSV Wilhelmsthal gewechselt und jetzt haben wir uns für eine komplette Spielgemeinschaft entschieden. Wir möchten dem vorbeugen, dass wir irgendwann überhaupt keine Mannschaft mehr stellen können, haben aber bereits seit langer Zeit ein sehr gutes und eben aufgrund unseres seit über zehn Jahren gemeinsamen Nachwuchsbereiches enges Verhältnis mit dem TSV - daher waren sie unser erster und bevorzugter Ansprechpartner.

Wie kam der Kontakt mit dem TSV Wilhelmsthal zustande?
Bernd Gareis: Wir haben bereits vor wenigen Jahren lose Gespräche über eine Spielgemeinschaft geführt und nun ist es konkret geworden. Damals hatten wir noch eine zweite Mannschaft, aber wir können die Demografie nicht außer Acht lassen. Dabei möchte ich die absolute Offenheit beider Vereine, insbesondere auch vom TSV Wilhelmsthal als größeren Verein, loben. Sie sind von Anfang an absolut fair, sachlich und offen an die Sache herangegangen.


Welche Mannschaften gehen nächste Saison an den Start und wo werden die Spiele ausgetragen?
Bernd Gareis: Die erste Mannschaft des TSV Wilhelmsthal bleibt in der Kreisklasse und deren zweite Mannschaft bildet mit uns eine Spielgemeinschaft in der A-Klasse. Das Ziel soll sein, dass beide Vereine zusammenwachsen und niemand runterfallen soll. Von uns wird noch der eine oder andere Spieler zum TSV wechseln, um sie gezielt zu verstärken. Offensiv ist Wilhelmsthal stärker, defensiv wir, daher können wir uns gegenseitig helfen – es ist eine Win-win-Situation. Geplant ist, dass die erste Mannschaft in Wilhelmsthal spielt und die "Zweite" in Hesselbach. Allerdings werden wir zu bestimmten Veranstaltungen versuchen, Spiele zu tauschen, um beispielsweise zur Kirchweih mit beiden Mannschaften in der jeweiligen Ortschaft zu spielen.

Durch die Fusion legt die SG nicht nur an Quantität, sondern auch Qualität zu. Was ist daher in Zukunft zu erwarten?
Bernd Gareis: Im ersten Jahr müssen sich beide Teams kennenlernen, die Strukturen und Abläufe verinnerlichen. Längerfristig werden wir versuchen, eine Mannschaft in die Kreisliga zu bekommen und das Ziel unserer "Zweiten" soll sein, in der A-Klasse vorne mitzuspielen.

Mit Jürgen Schlee konnte dabei ein für den SSV nicht Unbekannter als Trainer für die SG gewonnen werden.
Bernd Gareis: Jürgen Schlee ist gebürtig aus Wallenfels. Er ist in jungen Jahren nach Lahm gezogen und dort verheiratet. Für den SSV Lahm Hesselbach war er lange Zeit als Spieler und zweiter Vorsitzender im Nachwuchsbereich tätig – also ein absolut anerkannter Fachmann.

Wie läuft der Trainingsbetrieb in der nächsten Serie ab?
Bernd Gareis: Karl-Heinz Michel vom TSV Wilhelmsthal leitet das Training und wird dabei von Jürgen Schlee unterstützt. Karl-Heinz ist dabei für die erste Mannschaft, Jürgen für die Spielgemeinschaft zuständig. Wir werden abwechselnd in Wilhelmsthal und Hesselbach trainieren und zwar alle zusammen.

In der A-Klasse 2 Kronach sind in dieser Serie bereits sechs Mannschaften als Spielgemeinschaften vertreten. Ihr Schlusswort zur zunehmenden Bedeutung von Spielgemeinschaften in unserer Region.
Bernd Gareis: Wenn man sich die Demografie im Landkreis einmal anschaut: Viele junge Leute müssen wegen Studium oder ihrem Arbeitsplatz wegziehen. Fairerweise muss man aber sagen, dass es viele andere und auch Einzelsportarten gibt, die den Fußball weniger attraktiv machen. Erkennen Vereine das, können sie genau dort ansetzen und mehr anbieten. Die Anzahl der Spielgemeinschaften wird daher weiter zunehmen. Wenn ich bedenke, wie viele Jugendliche wir im Alter von 14 bis 18 Jahren haben und wenn sie uns alle zur Verfügung stünden, wären wir und andere Vereine nicht auf Spielgemeinschaften angewiesen – doch so ist es überall. Aber wie gesagt, ist das für Vereine auch eine Chance. Wenn eine Mannschaft heute in der A-Klasse hinten drin steht, gibt es die Möglichkeit, mittels einer SG wieder aussichtsreiche Perspektiven zu bieten.


Quelle: anpfiff.info

                                                                  

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